Stellungnahme des Bündnis gegen rechte Hetze zum Vorfall am 28.02.2026 in Rosenheim
Am 28. Februar 2026 wollten einige junge Antifaschist:innen friedlich mit einem Transparent vor einem AfD-Infostand gegen die rassistische und demokratiefeindliche Politik dieser Partei protestieren. Noch bevor das Transparent vollständig ausgerollt war, versuchten mehrere Täter:innen aus dem Kreis der extrem rechten Partei, dieses gewaltsam zu entreißen (= versuchter Raub). Es kam zu massivem Schubsen, Ziehen und Bedrängen – insbesondere gegenüber jungen Aktivist:innen – gegen diese versammlungsrechtlich legale Spontanversammlung (= Nötigung, Landfriedensbruch und evtl. Körperverletzung). Einer der Täter war Michael Maurer (Griesstätt, AfD-Bürgermeisterkandidat für Rott am Inn).
Die falsche Behauptung, junge Antifaschist:innen hätten einen 70-jährigen AfD-Bürgermeisterkandidaten angegriffen, wird durch vorliegende Videoaufnahmen und Zeug:innenaussagen klar widerlegt. Der (ehemalige?) Berufskraftfahrer war selbst unter den Angreifern, die aktiv versuchten, das Transparent zu entreißen. Er ging (ohne Fremdeinwirkung) im Zuge des Gerangels zu Boden. Von Seiten der Antifaschist:innen gab es keine Tritte oder ähnliches. Von einem gezielten Angriff durch die jungen Antifaschist:innen zu sprechen, ist eine dreiste Lüge.
Wir erleben hier ein bekanntes Muster: Die AfD provoziert, reagiert aggressiv auf legitimen Protest und stilisiert sich im Anschluss als Opfer. Unterstützt wird dieses Narrativ durch Teile der Medienlandschaft, die ungeprüft AfD-Darstellungen übernehmen und damit zur Verzerrung der öffentlichen Wahrnehmung beitragen.
Als Bündnis gegen rechte Hetze stellen wir klar:
- Friedlicher Protest gegen Rassismus und demokratiefeindliche Ideologien ist legitim und notwendig.
- Junge Antifaschist:innen, die sich entschlossen gegen rechte Hetze stellen, verdienen Schutz – nicht Kriminalisierung.
- Extrem rechte Übergriffe dürfen nicht relativiert oder verdreht werden, nur weil sie von Vertreter:innen einer Partei ausgehen, die sich selbst gern als Opfer inszeniert.
Die zunehmende Aggressivität im Umfeld der AfD in Rosenheim erfüllt uns mit großer Sorge. Demokratischer Widerspruch darf nicht mit körperlicher Gewalt oder versuchtem Raub beantwortet werden.
Wir erwarten von seriösen Medien, dass sie Quellen prüfen, bevor sie rechte Erzählungen verbreiten. Das selbe gilt für die Polizei: Wer rechtsextreme Falschbehauptungen ungeprüft (der Max-Josefs-Platz in Rosenheim ist videoüberwacht) reproduziert, macht sich mitschuldig am derzeitigen Rechtsruck in der Gesellschaft. Von der Polizei erwarten wir, dass sie nach dem vorliegenden Beweismaterial gegen die AfD-Aggressor:innen wegen Nötigung und gemeinschaftlichen versuchten Raubs ermittelt.
Rechte Hetze bleibt gefährlich – und der Protest dagegen bleibt notwendig.
1https://bsky.app/profile/simmerl19.bsky.social/post/3mg2nq5s3rc24
2https://www.rosenheim24.de/rosenheim/wasserburg/rott-am-inn-ort60205/kommunalwahl-2026-in-rott-michael-maurer-kandidiert-fuer-das-buergermeisteramt-94155535.html