Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Gegen den Rechtsruck auf die Straße!

Am Sonntag (06.09) wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Egal, wie genau die Wahl ausgeht: Die AfD wird aller Voraussicht nach erneut stark abschneiden, evtl. sogar stärkste Kraft werden. Damit werden rassistische Hetze, Ausgrenzung und völkische Politik noch mehr Raum bekommen. Die Zeiten werden härter für Geflüchtete und Migrant*innen, für queeres Leben, für antifaschistische und progressive Initiativen und für alle Menschen, die nicht in das völkische Weltbild der AfD passen.

Was die AfD in Sachsen-Anhalt ankündigt, ist dabei keine Politik, die nur Sachsen-Anhalt betrifft. Sie will eine Gesellschaft nach einem autoritären und völkischen Gesellschaftsbild verändern: Migration und Einwanderung sollen weiter bekämpft, demokratische und antifaschistische Initiativen zurückgedrängt und eine vermeintlich „deutsche“ Kultur gegen eine vielfältige Gesellschaft in Stellung gebracht werden.

Auch hier in der Region Rosenheim ist die AfD längst Teil dieser Entwicklung. Im Stadtrat, Kreistag, Bezirks- und Landtag versuchen die extremen Rechten ihre Politik in konkrete kommunale Auseinandersetzungen zu tragen – von Migration und Geflüchteten bis hin zu Bildung und Kultur. Erst jüngst hat die Rosenheimer AfD die Verleihung des städtischen Kulturpreises an KAFFKIEZ wegen der demokratischen Haltung der Band kritisiert. Dieses aktuelle Beispiel zeigt, wie schnell Engagement von Kulturschaffenden, das nicht in das rechte Weltbild passt, zum Angriffspunkt werden kann. Was als Kampf gegen „Ideologie“ oder den „Zeitgeist“ präsentiert wird, reiht sich ein in den Versuch, die Grenzen dessen, was öffentlich akzeptiert und gefördert wird, nach rechts zu verschieben.

Wir wollen nicht alleine auf die Wahlberichterstattung starren und uns daran gewöhnen, dass Rechte die Gesellschaft immer weiter nach rechts rückt.

Wir wollen ein Signal senden: an alle Menschen, die von rechter Politik betroffen sind, an alle antifaschistischen und demokratischen Initiativen und an alle, die sich dem Rechtsruck entgegenstellen. Egal ob in Magdeburg oder Rosenheim, ob in Dessau, Quedlinburg oder Rott und Bad Feilenbach

Ihr seid nicht allein!

Egal, wie die Wahl in Sachsen-Anhalt ausgeht: Wir wollen unseren Widerstand sichtbar machen und gemeinsam auf die Straße tragen.

Das „Bündnis gegen rechte Hetze“ ruft dazu auf sich an der antifaschistischen Kundgebung von „Widersetzen Rosenheim“ zu beteiligen

Sonntag, 6. September 2026

18:00 Uhr

Max-Josefs-Platz / Ecke Heilig-Geist-Straße, Rosenheim

Gegen den Rechtsruck. Gegen die Normalisierung der AfD.

Für eine offene, solidarische und vielfältige Gesellschaft!

27 Jahre nach dem rassistischen Mord an Carlos Fernando – Wir erinnern

Vor 27 Jahren, am 15. August 1999, wurde Carlos Fernando in der Schuhmannstraße in Kolbermoor vor der (heute nicht mehr existierenden) „Cubana-Bar“ rassistisch angegriffen. Er erlitt schwerste Gehirnverletzungen und starb am 30. September 1999 an den Folgen. Der Täter, Roman G. aus Kolbermoor, war vorbestraft und der Polizei auch wegen eines rechtsextremen Delikts bekannt. Der damals 31-jährige Täter gab zu Protokoll, sein Opfer habe ihn gereizt, weil er ein „N**“ gewesen sei. Die „Nürnberger Nachrichten“ zitieren G. mit den Worten: „Die Drecksn** gehören alle totgeschlagen.“

Carlos Fernando ist eines von mindestens 223 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung 1990. Lokal wurde die Tat lange verharmlost und entpolitisiert.

Im Jahr 2019 wurde eine Gedenkplakette (die den rassistischen Hintergrund der Tat nicht erwähnte) auf dem Alten Friedhof der Stadt Kolbermoor gestohlen. Umgehend wurde eine neue Tafel angebracht, die nun den rechten Hintergrund der Tat deutlicher benennt. Dort steht jetzt: „Carlos Fernando – Opfer einer feigen rassistischen Gewalttat.“

🎧 Podcast-Empfehlung zum Fall: WDR Schwarz Rot Blut – Carlos Fernando

Queeres Leben schützen. Hass entschieden entgegentreten

Wir sind in tiefer Trauer und mit unseren Gedanken bei den Betroffenen, ihren Angehörigen und der gesamten queeren Community nach dem queerfeindlichen Anschlag auf den Berliner CSD. Den Verletzten wünschen wir eine vollständige und schnelle Genesung, den Hinterbliebenen und Freund*innen viel Kraft.

Dieser Anschlag war ein gezielter Angriff auf queeres Leben und auf die Werte einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft. Queerfeindlichkeit, Islamismus und religiöse Rechte (aller Couleur) sowie die Hetze der extremen Rechten bedrohen gleichermaßen Menschenleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer die Tat für rassistische Hetze instrumentalisiert oder Queerfeindlichkeit relativiert, trägt nicht zur Lösung bei, sondern vertieft die Spaltung.

Gerade jetzt gilt: Queeres Leben schützen und verteidigen. Menschenfeindliche Ideologien konsequent bekämpfen. Solidarität zeigen – ohne Relativierung und ohne Ausgrenzung.

Wir möchten außerdem auf eine öffentliche Kundgebung am Mittwoch, 29. Juli, um 18:00 Uhr am Mittertor in Rosenheim hinweisen. Die Veranstaltung wird von @lgbtq_rosenheim organisiert – nicht vom Bündnis gegen rechte Hetze. Wir unterstützen den Aufruf und rufen dazu auf, gemeinsam ein sichtbares Zeichen der Solidarität gegen Hass und Gewalt zu setzen.

Sa, 20.06: Gemeinsam gegen den AfD Landesparteitag in Passau

Am kommenden Wochenende (20.06. und 21.06.26) findet in der Passauer Dreiländerhalle der AfD-Landesparteitag statt, zu dem rund 1500 AfD-Mitglieder und Unterstützer*innen erwartet werden. Es ist wichtig, an diesen Tagen gemeinsam ein starkes Zeichen für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und pluralistische Werte zu setzen. Unterstützt bitte die antifaschistischen Proteste in Passau. Organisiert ggf. am Vortag eine eigenständige Anreise zu den frühen Aktionen oder nutzt den Bus ab Rosenheim (🚌 Abfahrt Rosenheim: 05:30 Uhr – Anmeldung: bz.ro@verdi.de).

Es wird verschiedene Demonstrationen und Veranstaltungen geben, die zeigen, dass Hass, Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung und rechte Stimmungsmache nicht das sind, wofür unsere Gesellschaft stehen sollte. U.a. ist uns Folgendes bekannt:

06:30 Uhr: Kundgebung der Jusos am Parkplatz der Dreifachturnhalle
06:30 Uhr: Demo „Studis gegen Rechts“ am Klostergarten
07:00 Uhr: Am Messegelände starten zwei Kundgebungen:
  • Seebrücke, in der Dr.-Ernst-Derra-Straße
  • Niederbayern Nazifrei, vor dem Eingang der Dreiländerhalle
07:00 Uhr: Mahnwache von „Nicht lange fackeln!“ am Schulzentrum

07:45 Uhr: Messestraße – Demonstration „Einmal um den Block“ von „Nicht lange fackeln!“

ab 09:00 Uhr: Messeplatz – Beginn der Großkundgebung „Runder Tisch gegen Rechts“ (ab 10:00 Uhr Programm) – zu dieser Kundgebung kommt auch der Bus aus Rosenheim an

Demokratie lebt davon, dass Menschen füreinander einstehen, Unterschiede respektieren und gemeinsam eine offene und solidarische Gesellschaft gestalten – genau dafür soll am Samstag gemeinsam auf die Straße gegangen werden. Beteiligt euch an der für euch passenden Kundgebung, Demo oder Aktionsform.

Informiert euch vorab u.a. beim Bündnis „Passau gegen Rechts“:
https://passaugegenrechts.de/protest-gegen-landesparteitag-im-juni-2026/
https://www.instagram.com/passau.gegen.rechts/

Der AfD-Mitgliederparteitag in der Passauer Dreiländerhalle (Einlass 09:00 Uhr – Beginn 11:00 Uhr) scheint geprägt von einem internen Machtkampf (Reinhard Mixl vs. Stephan Protschka). Ein Veranstaltung mit Mixl am vergangenen Samstag im Büro der AfD Rosenheim legt den Verdacht nahe, dass große Teile des lokalen Kreisverbandes mit dem Team „Mixl-Arnold-Teich“, unterstützt von René Dierkes und Franz Schmid, sympathisieren. Die beiden Landtagsabgeordneten sind Teil des aktuellen Landesvorstands und werden trotz ihrer Mandate vom Verfassungsschutz beobachtet. Sie verbreiten ein verfassungsfeindliches Volksverständnis und nutzen ihre politischen Positionen zur Verbreitung entsprechender Inhalte. Dierkes beschäftigt etwa einen eng mit der Identitären Bewegung verbundenen Kader. (Weitere Informationen: https://www.endstation-rechts.de/news/machtkampf-der-bayerischen-afd)

Der Riss geht dabei mitten durch den Landesvorstand und das völkische Lager. Die Auswahl der Kandidaten macht erneut deutlich, was Antifaschist*innen seit Jahren beobachten: Die AfD Bayern ist ein Dreh- und Angelpunkt rechtsextremer Vernetzung in Europa.

Stellen wir uns am Samstag in Passau gemeinsam den rassistischen, sexistischen, queerfeindlichen, antisemitischen und sozialdarwinistischen Entwicklungen von AfD und Co. entgegen!

Veranstaltungsempfehlungen: 21.06.2026 „Stadtradeln gegen das Vergessen“ & 05.07.2026 „Der politische Film zum Spanischen Bürgerkrieg“

Wir möchten zwei kommende Veranstaltungen von Bündnispartnern empfehlen:


📅 So, 21.06.2026 » 15:00 Uhr » Kolbermoor
🚲 Stadtradeln gegen das Vergessen

Auf Spurensuche zu den Kolbermoorer Gedenkorten von der Räterepublik über den NS-Terror bis zur Jetztzeit. Leichte Fahrradtour durch Kolbermoor.

📍 Treffpunkt: Rathausplatz
⏱ Dauer: ca. 1,5 h
💸 Teilnahme kostenlos
🏢 Veranstalter: Kulturwerk Kolbermoor
🔗 Weitere Infos: https://www.stadtradeln.de/kolbermoor


📅 So, 05.07.2026 » 19:30 Uhr » Rosenheim
🎬 Film zum Beginn des Spanischen Bürgerkriegs vor 90 Jahren

Vor 90 Jahren (Juli 1936) begann der Spanische Bürgerkrieg. Aus diesem Anlass zeigt die Geschichtswerkstatt Rosenheim im Rahmen der Reihe „Der politische Film“ einen passenden Spielfilm.

📍 Treffpunkt: Z – Linkes Zentrum Rosenheim, Samerstraße 11
🎞 Dauer: Filmvorführung
💸 Teilnahme kostenlos
🏢 Veranstalter: Geschichtswerkstatt Rosenheim
🔗 Weitere Infos: https://z-rosenheim.org/events/film-zum-spanischen-buergerkrieg/

Sa 13.06.: Gemeinsam gegen rechte Hetze!


🚨 Gemeinsam gegen rechte Hetze! – Auf in de Nachbarlandkreis

Am morgigen Samstagabend ist Beatrix von Storch in Traunstein zu Gast bei einer AfD-Veranstaltung angekündigt. Wir unterstützen den Aufruf der Traunsteiner Initiativen und rufen dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Bereits am Vormittag ist in Schnaitsee ein AfD-Infostand am Marktplatz angekündigt. Anlass ist die Vorstellung des neu gegründeten AfD-Ortsverbands „Oberes Alztal“. Parallel dazu wurde für denselben Zeitraum eine Gegenkundgebung angemeldet. Die Protestaktion steht unter dem Motto „Für Demokratie statt Hetze“.

Für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander.

Unterstützen wir die Aktiven im Nachtbarlandkreis zeigen wir gemeinsam: Rechte Hetze und Ausgrenzung sind in Oberbayern nicht willkommen.

Hier der Aufruf aus Traunstein:

🚨Aufruf zur Kundgebung am 13.06. in Traunstein: Am Samstag veranstaltet die #noAfD einen sog. „Bürgerdialog“ mit Gästen wie Beatrix von Storch! Wir wollen keine rechte Hetze in unserer Stadt und wollen Flagge zeigen für ein demokratisches Miteinander und eine tolerante Gesellschaft 🏳️‍🌈 Wir wollen der #noAfD zeigen: Sie ist in Traunstein nicht willkommen und wir werden ihr neues Büro dort nicht lautlos hinnehmen 🚫
**Aufruf darf gerne geteilt und verbreitet werden** 

Vom NS- zum Online-Antisemitismus – Der politische Film im neuen Z (Samerstr. 11)

Am Sonntag, den 03.05.2026 um 19:00 Uhr organisieren wir ( das „Bündnis gegen rechte Hetze“) im „neuen Z“ in der Samerstaße 11 (nicht nehr Innstraße) mit dem politische Film die erste öffentliche Veranstaltung

Der Film widmet sich den visuellen Wurzeln eines neuen Antisemitismus im Internet und in sozialen Medien und wirft dabei einen Blick zurück auf die historische Bildpropaganda des Nationalsozialismus: Wirken Klischees, Stereotype und Narrative von NS-Filmen wie “Jud Süß”, “Die Rothschilds“ oder ”Der ewige Jude“ bis heute fort? Wo finden sich Kontinuitäten der Filmsprache dieser NS-Propagandawerke  zu Inhalten auf rechten Plattformen oder in Wahlkampagnen extrem rechter Politiker?

Die Filmvorführung wird vom Rosenheimer „Bündnis gegen rechte Hetze“ organisiert und beginnt um 19:00 Uhr. Das neue Z ist ab Mai in der Samerstaße 11 (nicht nehr Innstraße). Der Eintritt ist frei; es gilt ein Einlassvorbehalt.

Do 16.04.: pro-choice Vortrag: Marsch fürs Leben- wtf

Veranstaltungshinweis unseres Kooperationspartners OAP:

Für den 18.4. ist erneut ein „Marsch fürs Leben“ in München geplant. Einmal im Jahr ziehen radikale AbtreibungsgegnerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum durch die Stadt um ihre antifeministische Agenda in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Marsch ist eines der größten Events dieser Szene und ein wichtiger Ort rechter Vernetzung. In dem Vortrag werden die Netzwerke der Anti-Choice-Bewegung beleuchtet und ihre rechten und reaktionären ideologischen Grundlagen unter die Lupe genommen.
Außerdem wird es natürlich um die feministischen Gegenproteste gehen.

DGB-Haus Rosenheim, 19 Uhr (Brixstr. 2)

Weitere Infos: https://pro-choice-muc.net/