27 Jahre nach dem rassistischen Mord an Carlos Fernando – Wir erinnern

Vor 27 Jahren, am 15. August 1999, wurde Carlos Fernando in der Schuhmannstraße in Kolbermoor vor der (heute nicht mehr existierenden) „Cubana-Bar“ rassistisch angegriffen. Er erlitt schwerste Gehirnverletzungen und starb am 30. September 1999 an den Folgen. Der Täter, Roman G. aus Kolbermoor, war vorbestraft und der Polizei auch wegen eines rechtsextremen Delikts bekannt. Der damals 31-jährige Täter gab zu Protokoll, sein Opfer habe ihn gereizt, weil er ein „N**“ gewesen sei. Die „Nürnberger Nachrichten“ zitieren G. mit den Worten: „Die Drecksn** gehören alle totgeschlagen.“

Carlos Fernando ist eines von mindestens 223 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung 1990. Lokal wurde die Tat lange verharmlost und entpolitisiert.

Im Jahr 2019 wurde eine Gedenkplakette (die den rassistischen Hintergrund der Tat nicht erwähnte) auf dem Alten Friedhof der Stadt Kolbermoor gestohlen. Umgehend wurde eine neue Tafel angebracht, die nun den rechten Hintergrund der Tat deutlicher benennt. Dort steht jetzt: „Carlos Fernando – Opfer einer feigen rassistischen Gewalttat.“

🎧 Podcast-Empfehlung zum Fall: WDR Schwarz Rot Blut – Carlos Fernando