Rechte Kriminalität in Oberbayern Süd auf Höchststand

Der aktuelle Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd für das Jahr 2025 bestätigt einen besorgniserregenden Trend: Rechtsextreme und rechtsoffene Kriminalität erreichen auch in unserer Region (Oberbayern Süd) neue Höchststände.

Mit 356 Fällen macht die politisch motivierte Kriminalität (PMK) von rechts über 44 % aller PMK-Fälle in der Region aus – ein Anstieg von 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend: Im Vergleich zu 2015 (197 Fälle) hat sich die Zahl rechtsextremer Straftaten in nur zehn Jahren fast verdoppelt.

Grafik: Im Vergleich zu 2015 (197 Fälle) hat sich die Zahl rechtsextremer Straftaten in nur zehn Jahren fast verdoppelt

Rechtsextremismus dominiert die PMK-Statistik

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rechtsextreme Täter:innen sind die mit Abstand aktivste Gruppe im Bereich der politisch motivierten Kriminalität. Mit 356 Fällen übersteigt die PMK-rechts alle anderen polizeilich erfassten politisch motivierten Phänomenbereiche. Die Kategorie „sonstige Zuordnung“ mit 277 Fällen (34 %) stellt die zweitgrößte Gruppe dar. Das „Bündnis gegen rechte Hetze“ vermutet, dass sich hinter dieser Kategorie viele Taten aus dem rechtsoffenen, verschwörungsideologischen und Reichsbürger-Milieu verbergen. Wir fordern, dass diese Kriminalität auch entsprechend benannt und kategorisiert wird, bundeslandübergreifend. Nur so kann die Gefahr, die von diesen Milieus ausgeht, ernst genommen und abgebildet werden.

Mit 356 Fällen macht die politisch motivierte Kriminalität (PMK) von rechts über 44 % aller PMK-Fälle in der Region aus

Die Lage ist ernst! 

Als „Bündnis gegen rechte Hetze“ sehen wir unsere bisherigen Analysen bestätigt: Die Lage ist ernst und muss als solche erkannt werden. Die rechte Kriminalität ist nur die Spitze des Eisbergs. Die extreme Rechte untergräbt unsere Demokratie vielfältig – mit Worten und mit Taten. Stochastischer Terror oder die latente Gewalt-Potentialitaet von Rechts wird immer noch ungenügend in den Medien thematisiert und von  der Exekutive bedacht. Durch rechte Hetze auf Veranstaltungen und in Parlamenten genauso wie durch Straftaten, von denen viele übrigens nicht angezeigt werden. Alle – Politik, Institutionen, Betriebe, Verwaltung und die breite Zivilgesellschaft – sind gefordert, die plurale, menschenrechtsorientierte Demokratie zu verteidigen. Gerade jetzt, wo die extreme Rechte noch aufzuhalten ist.

Bündnis gegen rechte Hetze, Rosenheim

Stand: Rosenheim  8. April 2026

Datenquelle: PP OBS Sicherheitsbericht 2025, Sicherheitsbericht 2022 Sicherheitsbericht 2021Sicherheitsbericht 2020, Sicherheitsbericht 2019

Grafik: Eigene Darstellung nach Daten der polizeilichen Sicherheitsberiche

Grafik: Entwicklung der PMK in OBB Süd in den letzten Jahren