Auch nach der Kommunalwahl am Sonntag gilt: Der Einsatz gegen rechte Hetze, rechte Infrastuktur und die Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Ideologie bleibt notwendig.
Auch dieser Woche gibt es dafür Möglichkeiten: Unser Bündnispartner Bibliothek_A veranstaltet am Mittwoch gemeinsam mit dem DGB und dem Kurt Eisner Verein eine Buchvorstellung mit Stefan Dietl zum Thema „Antisemitismus und die AfD“.
🕢 Mittwoch, 11.03.26- 19:30 Uhr 📍 Z – linkes Zentrum
Außerdem wird es voraussichtlich am Samstag in Traunstein Proteste gegen die geplante Eröffnung eines AfD-Büros in Traunstein geben. Haltet euch den Tag schon einmal frei – weitere Infos folgen, sobald wir mehr Details aus dem Nachbarlandkreis haben.
Die AfD plant am 06.03.2026 ihr Wahlkampffinale in Rosenheim – mit Reden u. a. von Joachim Paul und Andreas Winhart. Wiederholt stellt das Ku’Ko Rosenheim dafür Räume zur Verfügung, obwohl die Veranstaltung politisch extrem umstritten ist und rechte Hetze befördert.
Joachim Paul ist bundesweit umstritten: 2019 wurde er als Ausschussvorsitzender im rheinland-pfälzischen Landtag abgewählt und stand mehrfach wegen extremistischer Positionen in der Kritik. Wer solche Akteure einlädt, setzt bewusst auf Provokation und gesellschaftliche Spaltung.
Andreas Winhart, Landtagsabgeordneter und Landratskandidat, ist immer wieder aktiv an AfD-Aktionen beteiligt und überregional durch rassistische Äußerungen bekannt, in denen Migrant*innen pauschal mit Kriminalität oder Krankheiten in Verbindung gebracht werden.
In den vergangenen Wochen kam es an AfD-Infoständen in Rosenheim wiederholt zu Provokationen gegen antifaschistische und zivilgesellschaftliche Demonstrationen. Am 28.02.2026 erhoben Winhart und der Rotter AfD-Bürgermeisterkandidat Michael Maurer schwere, haltlose Vorwürfe gegen Aktivist*innen – bundesweit für Empörung sorgend.
Ein veröffentlichtes Video zeigt: Maurer versuchte, jungen Aktivist*innen ein Banner zu entreißen, stürzte dabei selbst, ein Angriff auf ihn ist nicht erkennbar. Trotzdem wurden falsche Darstellungen verbreitet – ein typisches Muster, um demokratischen Protest zu delegitimieren, Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben und gesellschaftliche Spaltung zu fördern.
Wir sagen klar: • Kein Platz für Rassismus, rechte Hetze und falsche Anschuldigungen! • Solidarität mit allen, die für Demokratie eintreten! • Für eine offene, vielfältige Stadtgesellschaft!
Rosenheim ist bunt, solidarisch und widersetzt sich rechter Propaganda.
📢 Kommt zahlreich zur Kundgebung! Alle zusammen gegen rechte Hetze – für Demokratie und Menschenwürde!
Stellungnahme des Bündnis gegen rechte Hetze zum Vorfall am 28.02.2026 in Rosenheim
Am 28. Februar 2026 wollten einige junge Antifaschist:innen friedlich mit einem Transparent vor einem AfD-Infostand gegen die rassistische und demokratiefeindliche Politik dieser Partei protestieren. Noch bevor das Transparent vollständig ausgerollt war, versuchten mehrere Täter:innen aus dem Kreis der extrem rechten Partei, dieses gewaltsam zu entreißen (= versuchter Raub). Es kam zu massivem Schubsen, Ziehen und Bedrängen – insbesondere gegenüber jungen Aktivist:innen – gegen diese versammlungsrechtlich legale Spontanversammlung (= Nötigung, Landfriedensbruch und evtl. Körperverletzung). Einer der Täter war Michael Maurer (Griesstätt, AfD-Bürgermeisterkandidat für Rott am Inn).
Die falsche Behauptung, junge Antifaschist:innen hätten einen 70-jährigen AfD-Bürgermeisterkandidaten angegriffen, wird durch vorliegende Videoaufnahmen und Zeug:innenaussagen klar widerlegt. Der (ehemalige?) Berufskraftfahrer war selbst unter den Angreifern, die aktiv versuchten, das Transparent zu entreißen. Er ging (ohne Fremdeinwirkung) im Zuge des Gerangels zu Boden. Von Seiten der Antifaschist:innen gab es keine Tritte oder ähnliches. Von einem gezielten Angriff durch die jungen Antifaschist:innen zu sprechen, ist eine dreiste Lüge.
Wir erleben hier ein bekanntes Muster: Die AfD provoziert, reagiert aggressiv auf legitimen Protest und stilisiert sich im Anschluss als Opfer. Unterstützt wird dieses Narrativ durch Teile der Medienlandschaft, die ungeprüft AfD-Darstellungen übernehmen und damit zur Verzerrung der öffentlichen Wahrnehmung beitragen.
Als Bündnis gegen rechte Hetze stellen wir klar:
Friedlicher Protest gegen Rassismus und demokratiefeindliche Ideologien ist legitim und notwendig.
Junge Antifaschist:innen, die sich entschlossen gegen rechte Hetze stellen, verdienen Schutz – nicht Kriminalisierung.
Extrem rechte Übergriffe dürfen nicht relativiert oder verdreht werden, nur weil sie von Vertreter:innen einer Partei ausgehen, die sich selbst gern als Opfer inszeniert.
Die zunehmende Aggressivität im Umfeld der AfD in Rosenheim erfüllt uns mit großer Sorge. Demokratischer Widerspruch darf nicht mit körperlicher Gewalt oder versuchtem Raub beantwortet werden.
Wir erwarten von seriösen Medien, dass sie Quellen prüfen, bevor sie rechte Erzählungen verbreiten. Das selbe gilt für die Polizei: Wer rechtsextreme Falschbehauptungen ungeprüft (der Max-Josefs-Platz in Rosenheim ist videoüberwacht) reproduziert, macht sich mitschuldig am derzeitigen Rechtsruck in der Gesellschaft. Von der Polizei erwarten wir, dass sie nach dem vorliegenden Beweismaterial gegen die AfD-Aggressor:innen wegen Nötigung und gemeinschaftlichen versuchten Raubs ermittelt.
Rechte Hetze bleibt gefährlich – und der Protest dagegen bleibt notwendig.
auch in der kommenden Woche gibt es in Rosenheim, Kolbermoor und Bruckmühl (neu) wieder mehrere Aktionen gegen rechts, die wir Euch sehr empfehlen wollen. Kommt vorbei, bringt Freund:innen mit, gebt die Infos weiter. Nie wieder ist jetzt.
📢 Mittwoch, 25.02.26 | 18:30 Uhr | vor dem Maraissaal Kolbermoor „Eine Zukunft ohne AfD“ – Kundgebung
📢 Freitag, 27.02. | 18:30 Uhr 16:30 Uhr | Brückenwirt Bruckmühl „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ – Kundgebung gegen den Auftritt der Alternative für Deutschland
Protest gegen die AfD in Bruckmühl. Was als Wahlkampf inszeniert wird, ist in Wahrheit der Versuch, menschenverachtende Positionen gesellschaftsfähig zu machen.
🗳️ Samstag, 28.02.26 | 10:00 Uhr | Fußgänger:innenzone Rosenheim „Kein Kreuz der AfD“ – Infostand Kurz vor der Kommunalwahl ist mit einem AfD Infostand zu rechnen. Aber auch das OAP ist mit einem Infostand am Max-Josefs-Platz vor Ort, was wir sehr unterstützen.
🕯️ Samstag, 28.02. | 18:00 Uhr | Rathausplatz Rosenheim „Aktion Lichtermeer“ Wir unterstützen die Omas gegen Rechts: Gemeinsam ein leuchtendes Zeichen setzen – für Vielfalt, Menschenwürde und eine demokratische Zukunft unserer Stadt. Bringt bunte Kerzen, Lampions oder Lichter mit.
Nicht nur in Rosenheim ist derzeit Kommunalwahlkampf – eine Phase, in der politische Weichen für Stadt und Landkreis gestellt werden. In unserem Bündnis arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Parteien, Initiativen und ohne Parteibindung zusammen.h U.a. deshalb sprechen wir keine Wahlempfehlung für einzelne Parteien aus. Diese parteipolitische Neutralität bedeutet jedoch keine Werteneutralität: Wir stehen weiter klar und unmissverständlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und rechte Hetze wie sie u.a. von der AfD verbreitet wird. Wo demokratische Grundwerte, Menschenwürde und Solidarität angegriffen werden, beziehen wir Position – auch und gerade auf kommunaler Ebene.
Um dieses Engagement zu unterstützen, haben wir auf unserer Webseite eine eigene Unterseite zum Kommunalwahlkampf eingerichtet. Dort findet ihr Hintergrundmaterialien, Analysen, Einordnungen und Flyer die dabei helfen können im Wahlkampf handlungsfähig zu bleiben:
Neben dem aktiven Handeln gegen menschenverachtende Positionen im Wahlkampf möchten wir Euch in den nächsten Wochen einige Veranstaltungen , zu den wir aufrufen oder die von unserer Bündnispartner:innen organisiert werden besonders empfehlen:
wie bei den letzten Wahlen haben wir auch zur Kommunalwahl 2026 den Flyer „Kein Kreuz der AfD“ erstellt. Die Flyer sind nun aus der Druckerei gekommen, Ihr könnt die Flyer im Z abholen (Dienstag und Mittwoch jeweils ab 18:00 Uhr).
Die Antisexistische Aktion hat unter dem Titel „Küche, Ehe, Vaterland – Unsere Antwort“ eine feministische Analyse der AfD zu den Kommunalwahlen 2026 in Bayern veröffentlicht.
Das Bündnis Rosenheim ist Bunt hat eine Plakatkampagne zur Kommunalwahl 2026 ins Leben gerufen, welche auch von unserem Bündnis unterstützt wird.
Das Plakat zum ausdrucken findet Ihr hier aus pdf, falls ihr das Plakat als Print oder in großer Auflösung benötigt meldet Euch bei Rosenheim ist bunt (rosenheimistbunt[ät] gmx.de)
Die AfD hat in Weilheim ein Kino gemietet und will dort einen Veranstaltungsraum einrichten. Wir unterstützen den Protest gegen die Raumnahme der extrem rechten Partei und rufen zur Demonstration „für Demokratie und Menschenwürde“ des Bündnisses „Wir in Weilheim“ auf. Hier der Aufruf: